Themenwelt 02
CBD & Medizinisches Cannabis
Weltweit auf dem Vormarsch und wissenschaftlich anerkannt
Definition
Was ist CBD?
CBD steht für Cannabidiol (nicht psychoaktiv) und ist eines der ca. 100 Cannabinoide aus der Cannabispflanze.
Der Europäische Gerichtshof hat im November 2020 entschieden, dass CBD nicht als Suchtstoff gilt – im Einklang mit der WHO-Empfehlung von 2018.
Cannabinoid-System
Das Endocannabinoid-System
Jeder Mensch und jedes Wirbeltier besitzt ein körpereigenes Signalsystem, das wie ein Thermostat arbeitet: Gerät im Körper etwas aus dem Gleichgewicht, regelt es nach. Seinen Namen hat es von der Cannabispflanze – entdeckt wurde es, als Forscher untersuchten, wie Cannabis im Körper wirkt.
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Der Körper bildet Botenstoffe
Bei Bedarf stellt der Körper eigene Cannabinoide her, die Endocannabinoide. Die bekanntesten heißen Anandamid und 2-AG.
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Sie docken an Rezeptoren an
Wie ein Schlüssel ins Schloss passen sie in Rezeptoren auf den Zellen: CB1 sitzt vor allem in Gehirn und Nerven, CB2 vor allem in Zellen des Immunsystems.
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Enzyme räumen auf
Ist das Signal angekommen, bauen Enzyme die Botenstoffe rasch wieder ab. So wirkt das System gezielt und nur so lange wie nötig.
Das System bremst überaktive Nervenzellen und hilft dem Körper, sein inneres Gleichgewicht zu halten oder wiederherzustellen. Fachleute nennen das Homöostase.
Woran es mitwirkt
- Schmerz
- Stimmung
- Appetit
- Schlaf
- Gedächtnis
- Immunabwehr
Wo THC und CBD ansetzen
- THC Dockt direkt an den Rezeptor CB1 im Gehirn an. Deshalb wirkt es berauschend.
- CBD Bindet kaum direkt an CB1 oder CB2 und beeinflusst das System eher indirekt. Es wirkt nicht berauschend.
Forschung in Etappen
- 1963 Prof. Raphael Mechoulam (Israel) klärt die chemische Struktur von CBD auf.
- 1964 Mechoulams Team isoliert erstmals THC.
- 1988 Der erste Cannabinoid-Rezeptor (CB1) wird im Gehirn nachgewiesen.
- 1992 Der erste körpereigene Botenstoff wird entdeckt: Anandamid.
- 1993 Forscher finden den zweiten Rezeptor, CB2.
Medizinische Anwendung
Medizinisches Cannabis in der Praxis
Medizinisches Cannabis ist in vielen Ländern zugelassen. In Deutschland übernehmen die Krankenkassen seit 2017 unter Voraussetzungen die Kosten; seit April 2024 ist Medizinalcannabis kein Betäubungsmittel mehr. Die Importe stiegen laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte von rund 71 Tonnen im Jahr 2024 auf 201 Tonnen im Jahr 2025.
Anwendungsgebiete sind unter anderem chronische Schmerzen, Spastik bei Multipler Sklerose, schwere Epilepsieformen sowie Begleitsymptome von Krebs- und HIV-Therapien.
In den USA erlauben 41 Bundesstaaten die medizinische Nutzung; seit dem 28. April 2026 stuft die Drogenbehörde DEA Cannabis aus staatlichen Medizinalprogrammen in Schedule III ein. Quellen: BfArM, DISA, Federal Register.
Zugelassene Medikamente
Evidenz und Zulassung
Über 500 evidenzbasierte klinische Studien über medizinische Fachbereiche hinweg.
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Sativex
Zugelassen bei Multipler Sklerose.
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Epidiolex
Zugelassen bei drei seltenen Epilepsieformen.
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Dronabinol
Wirkstoff THC. In den USA zugelassen bei Übelkeit durch Chemotherapie und Appetitverlust bei AIDS.
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Exilby
Seit 2026 in Deutschland zugelassen bei chronischen Kreuzschmerzen mit Nervenbeteiligung.
Für Anleger
Medizinalcannabis im Anlageuniversum
Zum Anlageuniversum von CanSoul gehören Pharma- und Extraktionsunternehmen sowie lizenzierte Produzenten, die Medizinalcannabis herstellen, verarbeiten oder exportieren.
Steigende Importe nach Deutschland und die Neueinstufung in den USA verbessern die Rahmenbedingungen. Unsicher bleiben Zulassungsverfahren, Preisdruck und die Erstattungspraxis der Krankenkassen. Der Sektor ist hoch volatil; die Strategie des ETF ist langfristig ausgerichtet.
Portfolio-Kategorien und Unternehmen des ETF zeigt die ETF-Seite.